MUSIKTIPP: JAHKOY – DYING TO LIVE FOREVER

So Leute, lange ist es her seit meinem letzten Blogeintrag. Heute möchte ich eine neue Kategorie meines Blogs etablieren. Diese nennt sich: „#imendeffekt Musiktipp“.
Dort werde ich euch von Zeit zu Zeit die Erzeugnisse von neuen, unbekannteren aber auch bekannten Künstlern vorstellen, welche mir im Gedächtnis blieben. Heute nennt sich das gute Stück

Dying To Live Forever von Jahkoy

Jahkoy - Dying To Live Forever

Als ich gestern nichtsahnend auf datpiff.com unterwegs war, stach mir sofort dieses Cover auf der Startseite ins Auge. „Sieht gut aus“ dachte ich mir. Und ja, ich wurde nicht enttäuscht. DTLF ist seit langem wieder ein Mixtape, bei welchem ich beim zweiten Mal durchhören keinen einzigen Track skippen musste. Jahkoy hat hier eine Mischung aus newschool rap und rnb geschaffen, welche sofort ins Ohr geht. Nebst seinen verdammt guten rap, kann er auch echt gut singen, was sich im Gesamtpaket verdammt stimmig anhört. Bevor ich mich hier in einem langen Text verliere; hört es euch einfach selbst an und ladet es runter, es ist kostenlos!

JAHKOY – DYING TO LIVE FOREVER

REVIEW: Kollegah – King

Cover: King

 

King; So heißt die neuste Veröffentlichung des Rappers Kollegah, der, nach eigener Aussage, damit den den Königstitel des Raps letztendlich komplett für sich beanspruchen wird. Ob ihm das gelungen ist, werde ich euch selbst entscheiden lassen. Ich werde in den nächsten Zeilen nur neutral meine Sicht und Meinung verkörpern.

In diesem Review werde ich nicht nur auf das Album allgemein eingehen, sondern auch auf alle Geschehnisse drumherum. Beginnen wir mit der

 

Ankündigung

Erste Infos sickerten schon damals in Facebook und in Videos von dem selbsternannten „Boss“ durch, aber die wirklich erste Ankündigung, die auch den Namen des Albums „King“ enthüllte, kam am 04.11.2013 in Kollegahs Freetrack „Ruhe vor dem Sturm„.
Hier könnt ihr euch die Ankündigung anhören (Ab Minute 02:58)

Die Ankündigung wurde gemacht. Nun kommen wir zur

 

Promophase

Mit der Promophase des Albums hat sich Kollegah wirklich selbst übertroffen und neue Maßstäbe gesetzt, das müsste man ihm auch als Nicht-Sympathisant lassen. Sie war nicht nur die wohl längste die je im Deutschrap stattfand, sondern wohl auch die aufwändigste Promophase. Kollegah veröffentlichte zig Freetracks, baute einen eigenen YouTube Kanal auf und sammelte viel Aufmerksamkeit durch seine (meist überzogene) Eigendarstellung die oft in Sticheleien überging. Die Freetracks die er veröffentlichte waren allesamt von hoher Qualität, sodass sie auch ohne Probleme auf ein Album gepasst hätten. Das findet man wirklich nicht oft. Natürlich gab es auch weniger gute Lieder, wie „Vom Salat schrumpft der Bizeps“ oder „Wat is denn los mit dir?„, aber das ist Geschmacksache. Ihren Zweck erfüllt haben diese aber allerdings. Man kann nicht leugnen, dass diese Lieder auf den Mainstream ausgelegt waren, und dafür waren sie mehr als gut. D.h. zog Kollegah damit noch mehr Hörer auch ausserhalb des Rapgenres auf seine Seite. Für seinen YouTube Kanal hat er 2 neue Formate ins Leben gerufen und eines intensiv weitergeführt (neben Ankündigung und vereinzelten Videos). Zum einen hat er die „LyrikLounge“ eingeführt, in der Kollegah eine Persönlichkeit verkörpert, aber ihr die gewisse „Bosshaftigkeit“ verleiht. Das Ganze wird dann als Freetrack veröffentlicht.
Hier mal ein Beispiel:

Neben der „LyrikLounge“ etablierte der Hesse noch ein zweites Format namens „Bosshaft Latenight“ das wiederum, wie der Name schon vermuten lässt, eine Latenight Show darstellen soll. Die Folgen wurden in einem Abstand von einer Woche veröffentlicht und hatten jeweils eine Laufzeit von rund 30 Minuten. Intensiv weitergeführt wurde „Bosshaft Unterwegs“, was auch noch in „Shophaft Unterwegs“ unterteilt wurde, in welcher Kollegah in Person Bestellungen seines Shops auslieferte. Gleichzeitig wurden sehr viele Interviews veröffentlicht. Insgesamt hat Kollegah wirklich verdammt viel getan um für sein Album zu werben, sodass man gar nicht alles aufzählen könnte. Da ich nun schon einiges angesprochen habe, widmen wir uns nun dem Hauptteil diesen Reviews, nämlich

King

Vorab werde ich euch jetzt einmal meine Beziehung zu dem Künstler Kollegah aufzeigen, damit ihr ungefähr verstehen könnt, wie ich zu dem Ganzen vor Release stand.
Tatsächlich kenne ich Kollegah schon beinahe seit Anfang seine Karriere, nämlich dem RBA.
Er brachte frischen Wind in die Rapszene, durch seinen hohen Standard an technischer Finesse in seinen Texten. Das bedeutet: Doubletime, Punchlines en masse, Wortspiele, mehrsilbige Reime und und und. Ich war damals zwar noch ein Jungspund, aber ich verstand damals schon, dass Kollegah in dieser Hinsicht mehr auf dem Kasten hatte als viele seiner Kollegen. Aber ich hatte ihn nie in die imaginäre Liste meiner Lieblingskünstler eingetragen. Die Zeit verging, und Kollegah reifte. Ich hatte seine Veröffentlichungen unterschiedlich intensiv verfolgt, aber von allem etwas mitbekommen. Allgemein würde ich jetzt das gleichnamige Album „Kollegah“ mit seinen Arbeiten auf den Labelsamplern plus einzelnen Tracks auf Platz 1 setzen. Das Kollaboalbum mit Farid Bang „Jung, brutal, gutaussehend“ steht an zweiter Stelle und war auch die letzte Veröffentlichung die ich mir zugelegt hatte. In den weiteren Jahren stand ich Kollegah sehr neutral gegenüber, was mir auch zugute kam. Hier ist auch wieder eine Verbindung zur Promophase vorhanden, die ich zwar zu 70% verfolgt hatte, aber mich nicht von ihr beeinflusst haben lasse. Somit waren meine Anforderungen an das Album nicht sonderlich hoch, aber ich habe damit gerechnet, dass die Versprechungen Kollegahs eingehalten werden würden. So, aber jetzt kommen wir zur eigentlichen Review.

Track 1: Alpha

Alpha ist das Intro und zugleich auch noch die erste Videoauskopplung des Albums.
Das Lied übt von Beginn sehr viel Druck aus, was sich direkt in den ersten Sekunden des Beats bemerkbar macht. Als Sample wurden hier schnelle Geigen verwendet. Flowtechnisch übt Kollegah auch Druck aus, aber nicht so sehr wie beispielsweise auf JBG2. Der Rapper erzählt hier seinen Werdegang und kratzt auch leicht sein Privatleben an.
[…] Denn ich bin durch die Hölle gegangen, auch wenn ich mir’s nicht anmerken lasse„. Der Track kommt ohne Hook aus und hat somit keine wirklichen Pausen zwischen den Versen. Reimtechnisch auch auf hohem Niveau, aber natürlich noch nicht „FUCK IST DAS KRASS!“. Ist ja schließlich auch erst das Intro. Dass er in diesem Lied sein Image mal für kurze Zeit beiseite gelegt hat, macht er mit der Zeile
Und keine Angst, dass ich jetzt Deprisongs versuche, doch hier spricht grad nicht Kollegah, sondern Felix Antoine Blume“ deutlich.

Track 2: King

King ist der gleichnamige Titeltrack des Albums und macht sich seinem Status gleich gerecht. Er war auch die dritte Videoauskopplung. Der Beat wurde sehr passend zum Thema des Tracks produziert. Man hört eine Querflöte, einen Chor und schnelle Trommeln was für mich das Mittelalter in einer majestätischen Form wiederspiegelt. Was, wie gesagt, eben passt, da Kollegah sich in diesem Lied als König darstellt. „King, Lorbeerkränze, die mein Haupt zieren. King, ich habe Raubtiere als Haustiere
Das Lied beginnt mit einem Wechsel von Doubletime- und normalen Passagen was sich insgesamt sehr stimmig anhört und auch weiterhin so bleibt. Textlich ist Kollegah immer auf hohem Niveau, sodass ich das ff. nicht mehr erwähnen werde. King teilt sich mit Alpha den 3. Platz meiner Lieblingslieder dieses Albums.

Weiter geht es mit

Track 3: Flightmode

Flightmode bildet einen starken Kontrast zu den vorhergegangenen Liedern. Kollegah rappt hier nämlich sehr laidback im Stile seiner älteren Veröffentlichungen wie z.B. den Zuhältertapes; was mir sehr gefiel. Der Beat versprüht eine geheimnisvolle Atmosphäre. Inhaltlich typisches Bossgelaber. Die Hook ist ihm gut gelungen, geht ins Ohr. Eine Zeile blieb mir im Gedächtnis, da ich den Vergleich / das Wortspiel echt gut fand:
„Ihr trinkt Evian, ich Dom Pérignon. Ja, sowas kostet paar Mücken wie’n Chamäleon“
Insgesamt ein sehr stimmiges Lied.

Track 4: R.I.P.

Das Lied ist flowtechnisch die Mitte zwischen laidback und seinen druckvollen Songs.
Er beginnt gleich mit einer witzigen Antwort auf die Frage eines Journalisten, wie denn der Mensch hinter Kollegah den tickt. Das leitet gleich das allgemeine Thema des Tracks ein: Bossgelaber. Die Hook ist auch nicht schlecht, geht ins Ohr.

Track 5: Cohibas, Blauer Dunst (feat. Faird Bang)

Wahrscheinlich einer der Tracks, den viele hören wollten. Kollegah und Farid Bang als Kollaboration haben durch JBG2 hohen Anklang gefunden, wovon hier profitiert werden sollte. Das Lied wird eingeleitet mit einem Heliumvoice-Sample, welches sich verdammt gut anhört. Der Beat knallt damit. Inhaltlich sollte man nicht viel erwarten, die Hook fasst das alles eigentlicht ganz gut zusammen:
Arrogant und aufgepumpt. Dopedealer, Cohibas, blauer Dunst. Yeah, wir sind die Besten
Farid Bang technisch auch stark aber nichts weltbewegendes.

Track 6: AK’s im Wandschrank

Eintöniger, aber trotzdem guter Beat. Kollegah rappt wieder im Wechselspiel zwischen Doubletime und normaler Geschwindigkeit. Inhaltlich wieder Bossgelaber.

Zwischenstand

Nun muss ich leider gestehen, dass das Album immer mehr an mir vorbei geht. Ich werde jetzt die mir nicht mehr sonderlich relevanten Tracks nur noch kurz ansprechen.

Track 7: Morgengrauen

Entspannter Beat, entspannt und nachdenklich gerappt; insgesamt kein schlechter Track. Die Hook sticht hierbei besonders heraus, da Kollegah hier Gesellschaftskritik äußert.

Track 8: Sanduhr (feat. Favorite)

Als zweites Feature auf dem Album findet man Kollegahs langjährigen Freund und Labelkollegen Favorite wieder, der für mich auch den stärkeren Part auf dem Track hat. Insgesamt kein schlechtes Lied.

Track 9: Du bist Boss

Der Track ist die vierte Videoauskopplung des Albums und zeigt uns wieder eine etwas andere Seite des Rappers. Du bist Boss ist ein Motivationstrack, aber keiner für das Muskeltraining, sondern einer für das tagtägliche Leben in der modernen Gesellschaft. Der Track gefiel mir gleich bei Release des Videos sehr gut und zeigte mir, dass Kollegah auch positiven Einfluss auf die Jugend in seinen Liedern nehmen kann. Die Kernaussage des Tracks ist, dass man sich nicht unterkriegen lassen soll, und immer weiterkämpfen soll. Musikalisch ist das Lied auch auf sehr hohem Niveau, sodass es sich in der Reihe meiner Lieblingstracks des Albums wiederfindet.

Track 10: Universalgenie

Mittlerweile sind wir bei der Mitte des Albums angekommen, die den wohl lyrisch stärksten- und Kollegahs persönlichen Lieblingstrack des Albums zu verzeichnen hat.
Ja, wo soll ich anfangen. Der Beat nervt nach einer Weile, und den Filter, den man über Kollegahs Stimme gelegt hat, finde ich auf Langstrecke zum Kotzen. Aber sonst ist dieses Lied etwas ganz besonderes, was es, meines Wissens nach, noch nie im Deutschrap gab. Hört es euch einfach selbst an und lest euch die Lyrics nebenher durch.

Track 11: Lamborghini Kickdown

Guter Beat, gut gerappt (starke Doubletimepassagen) und eine verdammt starke Hook.

Track 12: Karate (feat. Casper)

Das dritte Feature beinhaltet wieder einen Labelkollegen Kollegahs, und zwar Capser. Als ich gesehen habe, dass er auf dem Album vertreten ist, war ich sehr gespannt auf das Lied. Ich persönlich habe Casper musikalisch schon lange hinter mir gelassen, spätestens als er mit seiner pseudodeepen Mädchenmusik, die zwar erfolgreich war, anfing, habe ich ihn nicht mehr verfolgt. Um so mehr hat mich Karate positiv überrascht, da er, naja, rappt! Und das auch noch gut. Kollegahs Part ist, wie auf dem gesamten Album, gut. Die Hook teilen sich beide Rapper und haben ein Erzeugnis erbracht, das ins Ohr geht. (sayonara)

Track 13: Schwarzer Benz

Schwarzer Benz erinnerte mich sehr an Kolle’s alte Veröffentlichungen und gewann dadurch auch.

Track 14: Rolex Daytona

Jetzt kommen wir zu dem Track, der mich total verwundert hat, als ich ihn in iTunes gesehen hab. Mein erster Gedanke war: „Wtf, Kollegah hat ein Feature mit The Game?“. Und ja, das Feature ist auch verdammt gut! Mehr braucht man auch nicht zu diesem Lied sagen. Game hat einen geilen Part abgeliefert, und Kollegah bleibt konstant gut.

Track 15: Warum hasst du mich

Als ich den Titel sah, dachte ich mir erst, dass es, obwohl Kollegah im Intro dieses Denken relativierte, ein Deprisong wird. Aber am Ende wurde es nur eins: Bossgelaber.

Track 16: Königsaura

Jetzt sind wir bei meinem persönlichen Lieblingstrack angekommen. Königsaura nennt sich die siebeneinhalbminütige, mit Punchlines, Worspielen und Vergleichen vollgepumpte, ohne Hook auskommende Fortsetzung zu Bossaura, welches auf seinem letzten, gleichnamigen Album zu finden war. Das war das erste und auch einzige Lied, welches mich wirklich umgehauen hat. Kollegah stellt hier sein gesamtes Können unter Beweis, untermalt von einem verdammt krassen Beat. Das Lied hatte ich auch ein paar Mal auf Wiederholung als ich das Album hörte.

Track 17: Es ist Rap (feat. Genetikk)

Da ich persönlich nicht viel von Genetikk halte, werde ich nicht auf den Part eingehen.
Das Lied allgemein versprüht einen gewissen Oldschoolflair, welchen ich nicht von Kollegah gewohnt bin. Aber es gefällt mir. Kollegah zeigt uns hier seinen Bezug zu Rap und HipHop.

Track 18: Click Click

Das Lied beginnt mit einem stimmungsvollen Gesangssolo einer Dame, welches aber dann viel zu hastig in den eigentlichen Beat übergeht. Im ersten Part wechselt Kollegah zwischen Halbgesang und Rap. Sonst kein besonderer Track.

Track 19: Regen

Regen ist ein sehr persönlicher Track des Rappers, welchen ich jetzt auch mal so stehen lasse. Mir gefiel er sehr gut.

Track 20: Omega

Wir sind am letzten Song des Albums angelangt, dem Outro. Ähnlich wie bei Königsaura, zeigt Kollegah nochmal seinen puren Rapskill in diesem Lied. Es fasst im Großen und Ganzem das ganze Album niveaumäßig nochmal in 7 Minuten zusammen.

Fazit

So, das war es. Das war das neuste Album Kollegahs, welches alles zerbersten und Rapgeschichte schreiben sollte. Hat es das? Für mich nicht. Keine Frage, es ist ein wirklich gutes Album, welches auch ohne Wiederrede über dem Durchschnitt steht, aber sich durch seine Eintönigkeit leider nicht durchsetzt. Ich könnte den Großteil der Tracks beim blinden Hören nicht auseinanderhalten. Es gab, wie ihr lesen konntet, auch Tracks die mir sehr gut gefallen haben und die ich auch weiterhin hören werde; aber es sind leider zu wenige. Rein musikalisch ist das Album top! Es ist von vorne bis hinten perfekt produziert, die Beats sind verdammt gut und passend ausgewählt und Kollegah ist eben technisch einer der stärksten Rapper die wir in Deutschland je hatten. Die Promophase war ein zweischneidiges Schwert, da sie zum Einen die Erwartungen in’s Unermessliche getrieben haben, aber auch zeigte, wie viel Mühe sich Kollegah gegeben hat. Vielleicht würde ich jetzt anders über King schreiben, wenn er nicht so viel und vor allem intensiv Promo betrieben hätte.

Da ein Fazit wohl auch eine insgesamte Bewertung erfordert, bekommt King von mir 7 von 10 Sternen.

Ich bedanke mich bei jedem, der sich das hier durchgelesen hat und hoffe, dass es euch gefallen hat.

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